Erste-Hilfe gegen Quarantäne-Stress

Wie wir es schaffen, jetzt nicht durchzudrehen

Dieses Mal sitzen wir wirklich alle in einem Boot – der Corona-Virus hat uns fest im Griff. Und während die gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Folgen noch gar nicht abzusehen sind, ist eines schon glasklar:

Die nächste Zeit wird birgt psychische Herausforderungen für alle, wie auch Studien über die Auswirkungen von Quarantäne sowie Erfahrungsberichte von Psychologen aus Wuhan gezeigt haben: Frust, Lagerkoller, Konflikte mit den Liebsten, Sorge um Angehörige, Zukunftsängste und Antriebslosigkeit – all das sind natürliche Reaktionen und Herausforderungen von Quarantäne und Isolation.

Wir befinden uns also in einer Ausnahmesituation, bei der Stress durch gleich mehrere Aspekte ausgelöst wird: Soziale Isolation, Monotonie, Fehlinformation durch die Medien und bei vielen auch finanzielle Sorgen bzw. Engpässe. Das ist eine ganze Menge! Insofern ist es ganz normal, Stress zu empfinden.  Die folgenden ersten Tipps sollen daher dabei helfen, mit der neuen Situation klarzukommen und dem Corona-Blues den Kampf anzusagen:

Strukturen schaffen

Viele unserer täglichen Routinen fallen nun weg. Um den Bedürfnis nach Struktur nachzukommen, heißt es deshalb: bleib aktiv und etabliere neue Routinen. Was könnte ein grober Tagesablauf sein und welche Elemente sollte er enthalten? Malzeiten zu regelmäßigen Zeiten, Arbeiten in einem festgelegten Raum (NICHT im Bett!) und eine Einheit sportlicher Betätigung sollten auch dazugehören.

Soziale Kontakte aufrechterhalten

Auch wenn wir unsere Freunde, Familienmitglieder und Kollegen jetzt nicht mehr so sehen können wie gewohnt: Unseren Bedürfnissen nach Kontakt und Verbundenheit können wir auch anders nachgehen. Facebook, Email, Telefon, Sprachnachrichten (mein Lieblingsmedium!), Skype, Facetime und co. machen es möglich. Und hierbei lohnt es sich, kreativ zu sein: ein Treffen auf einen Kaffee oder der gemeinsame Filme-Abend geht auch ohne weiteres per Video. Einfach gleichzeitig auf play drücken!

Rückzugsmöglichkeiten schaffen und einfordern

Wir brauchen nicht nur Kontakt, sondern haben auch ein elementares Bedürfnis nach Ruhe und Rückzug – der eine mehr, der andere weniger. Wenn also mit der Family Zuhause alles zu viel wird auf zu engem Raum, gilt es, konsequent das Bedürfnis nach Ruhe einzufordern: das kann der Spaziergang alleine sein oder die Stunde für sich mit Kopfhörern auf den Ohren.

Aufgaben finden

Nicht nur Kindern wird langweilig: Unterforderung führt bei uns genauso zu Stress wie Überforderung, daher kann die Monotonie im freiwilligen Lockdown zu Langeweile, Trägheit und Antriebslosigkeit führen. Also: Aufgabe suchen, die Sinn gibt!

Sich mitteilen

Dass die Situation mit all ihren Herausforderungen nun manchmal über den Kopf wachsen kann, ist verständlich. In diesem Fall ist wichtig: Nichts ist schlimmer, als Sorgen in sich hineinzufressen. Sprecht darüber. Sucht euch Hilfe. Und zwar bei Menschen, die zuhören, einfach nur da sind und euch guttun. Denn gemeinsam im gleichen Boot sitzen hat auch etwas Gutes: wir sind nicht alleine mit der Situation. Es geht uns alle an und das schafft Solidarität und Gemeinschaft – eine Dynamik, die uns als Gesellschaft auch mal richtig guttut.

Diesen Artikel gibt es wie immer auch vertont und mit noch mehr Tipps als Podcast Folge:

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3 thoughts on “Erste-Hilfe gegen Quarantäne-Stress”

  1. Vielen Dank für die Tips und Tricks. Ich kann bestätigen, dass Kommunikation und Struktur absolut notwendig sind um keinen unserer Mitarbeiter*innen zu verlieren und abzuhängen. Dafür benötigt es ein engagiertes Managementteam, das dieses Netzwerk leben kann und leben möchte. So ist es uns gelungen mit 160 Mitarbeiter*innen von heute auf morgen ins Homeoffice umzuziehen und die Herausforderungen ohne Unterbrechung und Störung anzunehmen und zu bewältigen. Top Team und Top Mitarbeiter!

  2. Sonja Zillinger

    Hallo Herr Lamparter, danke für das tolle Feedback. Super zu hören, dass es bei Ihnen funktioniert und dass alle motiviert dabei sind. Alles Gute noch für die nächste Zeit und herzliche Grüße!

  3. Vielen Dank für deine Tipps – ich glaube, jede(r) kann sich sehr gut wiederfinden in dem, was du ansprichst. Danke dir, dein Podcast hat mir Mut und Zuversicht geschafft heute morgen 🧡😊

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