Der Job, der zu dir passt

Die 4 wichtigsten persönlichen Attribute für Erfolg und Zufriedenheit im Job

„Follow your dream!”„So finden Sie Ihre Berufung!“ Solche appellartigen Lifestyle Überschriften liest man immer mehr. Das Thema Zufriedenheit im Job scheint überaus en vogue zu sein. Aber mal ehrlich: klingt auch irgendwie ziemlich anstrengend. Die Suche bzw. Ausgestaltung der idealen Stelle ist gar nicht so leicht oder? Und nicht jeder möchte mit aller Konsequenz dem ominösen Traumjob hinterher hechten, sondern einfach nur ein wenig glücklicher sein in seinem jetzigen Job. Fair enough.

Die gute Nachricht: du selbst bringst alles mit, was du brauchst

Vier persönliche Attribute beeinflussen maßgeblich deinen Erfolg und deine Zufriedenheit im Beruf. Jeder (gute) Recruiter beurteilt nach genau diesen vier Kategorien, welcher Bewerber der perfect fit, d.h. der beste Kandidat für eine Stelle ist. Ich möchte diese Perspektive daher einmal umdrehen und aufzeigen, ob und wie ein Job zu dir passt. Dein persönliches und einzigartiges Set an vier persönlichen Merkmalen verrät dir, was dir in deinem aktuellen Job Spaß oder keinen Spaß macht, was du verändern kannst oder welcher Job wohlmöglich doch der bessere wäre.

#1 Kenntnisse, Fertigkeiten und Wissen

Dies ist die Landkarte deines Lebenslaufs. Alles was du im Laufe deines Lebens an berufsrelevantem Wissen erworben hast, fällt in diese Kategorie. Welche Ausbildung oder welches Studium hast du durchlaufen? Welche Schwerpunkte ergaben sich hier? Welche Abschlüsse, Zertifikate, Kurse, Einarbeitungsprogramme etc. hast du in deinem Portfolio und für welche Art von Job stellen sie die beste Grundlage dar? Kannst du aktuell selbstbewusst und sicher deinen Job ausführen, ist dies ein Hinweis darauf, dass deine Kenntnisse gut im Einklang mit den Anforderungen deiner Stelle stehen. Falls du dich aktuell beruflich überfordert fühlst, könnte dies daran liegen, dass du wichtige Kenntnisse für diese Stelle noch nicht erworben oder bereitgestellt bekommen hast.

#2 Kognitive Fähigkeiten

Kurz gesagt handelt es sich hierbei um Teilaspekte deiner Intelligenz, die für deinen spezifischen Beruf relevant sind. Wie schnell kannst du logische Schlussfolgerungen ziehen? Weitere Beispiele für diese kognitiven Fähigkeiten sind rechnerische Fähigkeiten, verballogisches Denken, und räumlich-visuelles Vorstellungsvermögen. Da diese Attribute über die Lebensspanne relativ stabil sind, sind sie nur schwer trainierbar. Daher ist es wichtig, dass eine Tätigkeit im Einklang mit deinen individuellen Stärken steht. Wem beispielsweise auch nach intensiver, langer Beschäftigung eine Rolle oder Aufgabe nicht leicht von der Hand geht, der tut gut daran zu überlegen, ob diese nicht an jemand anderen abgegeben werden könnte.

#3 Persönlichkeitspräferenzen

Kognitive Fähigkeiten und Wissen sagen also viel darüber aus, inwieweit du in gewissen Aufgaben erfolgreich sein kannst. Soweit so gut. Nicht weniger wichtig ist aber die Frage, ob du an gewissen Aufgaben Freude hast. Diese Unterscheidung zwischen Können und Wollen wird von vielen Menschen nicht explizit wahrgenommen, aber sie macht immens viel aus: ob ich erfolgreich bin oder nicht, hängt nicht nur von meinem Können ab, sondern auch, ob mein Job im Einklang mit meinen Präferenzen – meinem Verhaltensstil ist. Und genau das umschreibt deine Persönlichkeit: welche Aspekte deines Jobs machen dir Spaß? Nicht umsonst gibt es hierzu sehr detaillierte Persönlichkeits-Tools, die in Recruiting und Mitarbeiterentwicklung eingesetzt werden: wissenschaftliche Studien zeigen, dass rund 70% der Aspekte, die Erfolg im Beruf ausmachen, Bezug zur Persönlichkeitsattributen eines Mitarbeiters haben. Wenn wir Freude haben an einer Art von Tätigkeit und sie uns Energie gibt, dann steigt auch die Wahrscheinlichkeit, dass wir sie öfter und erfolgreicher ausführen.

Im Idealfall stehen Können und Wollen im Einklang miteinander. Aber wenn jemand in einer Aufgabe keine gute Leistung zeigt, kann das auch daran liegen, dass er zwar die erforderlichen Skills hat, aber die Aufgabe ihm einfach keine Freude (mehr) bereitet. Gegen seine Präferenzen zu arbeiten ist nicht unmöglich, kostet aber mentale Energie. Falls du also aktuell mit einem Aspekt deines Jobs unzufrieden bist, lohnt sich die Frage, ob die Anforderungen mit deinem Set an Persönlichkeitspräferenzen im Einklang stehen. Dies können Aspekte sein wie: Arbeitest du lieber allein, aber dein Job erfordert viel Kontakt zu anderen? Beschäftigst du dich gerne mit Detail aber dein Job erfordert aktuell viel Mut zur Lücke? Du musst oft Orga-Kram übernehmen, aber bist überhaupt kein Strukturtyp?

Sich seiner individuellen Persönlichkeitseigenschaften und der Unterscheidung zu den eigenen Fähigkeiten und Fertigkeiten bewusst zu sein, ist ein wichtiger erster Schritt. Weiterhin lohnt sich die Frage, welche nicht stimmigen Aspekte des Jobs verändert werden können. In welchen Bereichen musst du weiterhin gegen deine Präferenz arbeiten und wo könntest du sie verstärkt zum Einsatz bringen? Der offene Austausch mit dem Chef kann hierbei mitunter einiges bewegen!

#4 Motivatoren

Kommen wir zu DER Feel-Good-Kategorie, der Motivation. Nicht weniger wichtig als deine Persönlichkeit sind deine ganz individuellen Motivatoren. Sie stellen sozusagen das Energiekraftwerk für dein Handeln dar. Ihr Vorhandensein oder ihre Abwesenheit erklären den Unterschied zwischen antriebslos auf den Bildschirm starren und freudestrahlend sprichwörtliche Bäume am Arbeitsplatz ausreißen. Ähnlich wie bei Persönlichkeitseigenschaften sind auch Motivatoren individuell verschieden. Nicht jeder ist stark durch Geld oder ehrgeizige Ziele motiviert. Für manche ist der Austausch und Kontakt zu Kollegen sehr wichtig oder die Möglichkeit, sich weiterzuentwickeln. Wiederrum andere brauchen die Gewissheit eines sicheren Jobs oder blühen in einem Unternehmen auf, das im Einklang mit ihren moralischen Grundsätzen steht. Welche Aspekte an Job und Arbeitsumgebung sind dir am wichtigsten und inwieweit sind diese Motivatoren aktuell befriedigt?

Bei der Motivation verhält es sich wie mit den übrigen Elementen: ein Stück weit hast du es in der Hand, die Gegebenheiten deines Jobs danach auszurichten. Gleichzeitig können die Erkenntnisse über deine persönlichen Stärken und Attribute in den vier Bereichen wunderbar als Kompass bei der Suche nach beruflichen Alternativen dienen. Wo wir zugegebenermaßen wieder beim Traumjob wären…

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